INEZONA - Heartbeat: Meditative Wüstenvibes aus Basel

Reviews
Inezona ©Flavia Schaub
Inezona ©Flavia Schaub

Aus Inez wurde INEZONA. Ines Brodbeck und Band erweitern ihr musikalisches Spektrum und machen einen grossen Schritt auf der Suche nach dem eigenen Sound.

Album Review

Von Tucson nach Basel

INEZONA's neues Album "Heartbeat" ist ein transzendentaler Trip in ein einzigartiges und ätherisches Klanguniversum. Aufgenommen in der Heimatstadt der Multiinstrumentalistin Ines Brodbeck mitsamt Band und zusammen mit ihrem musikalischen Wegbegleiter Gabriel Sullivan (XIXA, Giant Sand). Letzterer produzierte - damals noch unter dem Bandnamen „Inez“ - schon ihr 2017er Debüt-Album „Now“ in seinem Tucsoner Studio. Während dieses noch mit Musikern von Calexico, Bob Dylan, Neko Case und Giant Sand in der Wüste von Arizona aufgenommen wurde, begab man sich zwei Jahre später für „Heartbeat“ gleich ins Basler One Drop Studio. Diesmal jedoch mit der Band, die jetzt INEZONA heisst und aus der Arizona-affinen Namensgeberin Ines Brodbeck und den Musikern Fabian Gisler (Bass, Synthesizer) und Eric Gut (Schlagzeug, Percussion) besteht, erneut komplettiert von Gabriel Sullivan, dem Mann aus Tucson, Arizona.

Meditation und Drone-Gitarren

Das Album beginnt mit "Stardust", einer Tarantino-esken Hommage an die Kraft und Schönheit unseres Planeten und des Universums und unvermittelt findet man sich rücklings im Wüstensand liegend, entrückt den kristallklaren Sternenhimmel beobachtend. Bevor aber zuviel Wüstenfeeling aufkommt, schickt einen der Titeltrack "Heartbeat" mit flirrenden Synthesizern direkt zum Sternenhopping in den Orbit. "The Veil" setzt einen dann wieder sanft auf dem kühlen, sich mit der Dämmerung langsam erwärmenden Sand ab und gibt zu tribal-ähnlichen Beats auch den sphärischen Wüstengitarrenklängen wieder einen schönen

Raum. Vollends in andere Welten taucht man auf "Sea Soul" ein. Epische siebeneinhalb Minuten versinkt man mit INEZONA in ihrer „Sea Soul“. "I drowned in me, I drowned in you, I drowned in our Sea Soul". Auf- und absteigende Drums schaffen einen meditativen Rhythmus und man sinkt mit jeder Sekunde tiefer in den Ozean der eigenen Seele hinab. Konsequenterweise stösst man dann auch irgendwann auf und in sein Herz und bringt dieses mit treibenden Basslines und mehrstimmigem Gesang bei "In my heart" auf Touren.

Weiterhin naturalistisch folgt die Single "Midnight Circle", eine Zusammenarbeit mit Frederyk Rotter, dem Frontmann der Basler psychedelic Doom-Rocker Zatokrev. Diese Ode an das Leben akzeptiert gleichzeitig dessen Endlichkeit und den unausweichlichen Tod, den „Midnight Circle“. Es ist ein mystischer Tanz voll zeitloser musikalischer Magie, wenn sich INEZONAs und Rotters Stimmen auf einem Hintergrund aus Drone-Gitarren, durchdringenden Schreien und psychedelischen Gitarrensolos vereinen. Dies verkörpert sowohl die Leichtigkeit als auch die Schwere des Seins. "Leave me alone", bei dem erstmals Baschi Hausmann (Fucking Beautiful) an den Texten beteiligt war, strahlt im Vergleich dazu eine schon fast beschwingte Leichtigkeit aus und man brüht sich nach all den meditativen Erfahrungen erst mal einen Cowboy-Kaffee und schüttelt sich den Wüstensand aus den groben Klamotten. Perfekt begleitet vom zuckersüssen und gleichzeitig letzten Track "Sunday Mornings", kann man nach der knapp vierzigminütigen meditativen Auszeit langsam wieder anfangen den „Heartbeat“ auf Alltagsanforderungen einzupendeln.

Fazit:

"Heartbeat" einfach als mystischen Folk, Celtic-Americana oder Indie-Avantgarde zu bezeichnen, würde zu kurz greifen. Vor allem ist es wunderschöne Musik mit cineastischer Kraft, die einen tief in ihren Bann zieht und eine weitere Etappe von INEZONAs musikalischem Roadmovie präsentiert.

INEZONA - Stardust

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INEZONA - Heartbeat

Das Album erscheint am 30. Juni 2023 bei Czar Of Crickets und ist auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Unterstützt wurde der Release durch den RegioSoundCredit 2020.
 

INEZONA

Inezona ©Flavia Schaub
Inezona ©Flavia Schaub
28/02/2024

Beiträge
4 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2024
6 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger, Musikvideo | 2020
2 000 CHF | RegioSoundCredit Tournee | 2019
5 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger, Musikvideo, Tournee | 2018

About Torsten Sarfert

Geboren in Ludwigsburg beginnt seine spannende Reise. Sie führt ihn über Stuttgart nach Tübingen und zum Schluss nach Basel. Schon in den 90er Jahren in die Veranstaltung kultureller Events involviert, wird Musik in seinem Werdegang immer wichtiger. So war er u.a. Tourbegleiter und Projektmitarbeiter der Contour Music GmbH, lancierte das Projekt "Soulfood MusiCuisine" im Panda Club und übernahm 2019 das Booking vom Atlantis Basel. Er schreibt seit 2018 als freier Autor über Musik und die damit verbundenen Menschen.